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10. Jul 2019 / Posted by Sven

Keine Angst vor Antipanik

Damit im Notfall alles klappt - die richtige Wahl des Antipanikschlosses kann Leben retten und Panik verhindern.

Was ist Antipanik?

 

Antipanikschlösser (auch Panikschloss genannt) werden für ein- und zweiflügelige Türen auf Fluchtwegen eingesetzt. Sie haben die Funktion, Türen durch eine einzige Bewegung des Drückers oder der Panikstange zu öffnen, um in einer Not– oder Paniksituation schnell den sicheren Weg aus dem Gebäude zu gewährleisten. 

 

Die Funktionen B / C / D / E

 

Wir unterscheiden bei Antipanikschlössern grundsätzlich zwischen vier Funktionen. Nachfolgend zeigen wir Ihnen die Unterschiede zwischen den Funktionen B / C / D / E und wo man diese Einsetzt.

Damit diese Schlösser richtig bedient und verstanden werden, braucht es eine Einführung / Schulung vor Ort. So wird sichergestellt, dass die Türe richtig bedient und gewartet wird.

 

Panikfunktion B (Umschaltfunktion)

 

Verwendungszweck:

Für Türen, die zeitweise einen Durchgang von innen und aussen ermöglichen müssen. Die Türe wird beidseitig mit Türdrückern ausgestattet. 

 

Einsatzgebiet:

Bürogebäude / Schulhaus / Kino / Theater / Disco / Messehalle

 

Grundstellung:

Funktion von innen und aussen: Durchgang von beiden Seiten über den Drücker, dabei wird die Falle zurückgezogen, die Schlossnuss ist beidseitig eingekuppelt.

 

Schaltstellung:

Funktion von innen: Ausgang, die Öffnung der Tür ist grundsätzlich jederzeit in Fluchtrichtung über den Drücker möglich. Nach erfolgter Panikfunktion befindet sich das Schloss in Schaltstellung.

Funktion von aussen: Leerlauf, da der Riegel ausgefahren und die Nuss entkoppelt ist. Nur mit dem Schlüssel kann der Riegel eingefahren (Schaltstellung) und anschliessend die Nuss eingekuppelt werden (Grundstellung).

 

Hinweis:

Die Türe darf gemäss Norm EN 179 bis zu einer gewissen Anzahl von Personen im Gebäude auch in Fluchtrichtung einwärts öffnen.

Panikfunktion C (Schliesszwangfunktion)

 

Verwendungszweck:

Für Türen, bei denen grundsätzlich eine unberechtigte Öffnung von aussen verhindert werden muss. Die Türe wird beidseitig mit Türdrückern ausgestattet. Die Öffnung von aussen erfolgt immer mit beiden Händen, das heisst, man muss den Drücker betätigen und gleichzeitig die Freigabe durch den mechanischen Schlüssel geben. 

 

Einsatzgebiet:

Serverräume

 

Grundstellung:

Funktion von innen: Ausgang, die Öffnung der Tür ist grundsätzlich jederzeit in Fluchtrichtung über den Drücker möglich.

Funktion von aussen: Leerlauf, da die Nuss ausgekoppelt ist.

 

Öffnungsstellung:

Funktion von innen: Ausgang, die Öffnung der Tür ist grundsätzlich jederzeit in Fluchtrichtung über den Drücker möglich.

Funktion von aussen: Mit dem Schlüssel muss die Nuss eingekoppelt werden. Der Schlüssel muss in Endstellung gehalten und über den Drücker die Falle zurückgezogen werden. Nach Schlüsselabzug ist der Aussendrücker wieder automatisch im Leerlauf (Grundstellung).

 

Verriegelung:

Funktion von innen: Ausgang, die Öffnung der Tür ist grundsätzlich jederzeit in Fluchtrichtung über den Drücker möglich. Nach erfolgter Panikfunktion befindet sich das Schloss in Grundstellung.

Funktion von aussen: Leerlauf, da der Riegel ausgefahren und die Nuss entkoppelt ist. Nur mit dem Schlüssel kann der Riegel eingefahren (Grundstellung) und anschliessend die Nuss eingekuppelt werden (Öffnungsstellung). Der Schlüssel muss in Endstellung gehalten und über den Drücker die Falle zurückgezogen werden. Nach Schlüsselabzug ist der Aussendrücker wieder automatisch auf Leerlauf (Grundstellung).

Panikfunktion D (Durchgangsfunktion)

 

Verwendungszweck:

Für Türen, die zeitweise einen Durchgang von innen und aussen ermöglichen müssen. Die Türe wird beidseitig mit Türdrückern ausgestattet. Aufgrund der automatisierten Grundstellung eignet sich diese Funktion in der Regel nicht für Aussentüren (Ausnahme sind Interventionswege).

 

Einsatzgebiet:

Eher im Innenbereich / Klinik / Schulhaus / Kino / Theater / Messehalle / MFH / Öffentliche Bauten / Interventionsweg Feuerwehr

 

Grundstellung:

Funktion von innen und aussen: Durchgang von beiden Seiten über den Drücker, dabei wird die Falle zurückgezogen, die Schlossnuss ist beidseitig eingekuppelt (Türe ist aufgeschlossen).

 

Verriegelung:

Funktion von innen: Ausgang, die Öffnung der Tür ist grundsätzlich jederzeit in Fluchtrichtung über den Drücker möglich. Nach erfolgter Panikfunktion befindet sich das Schloss in der Grundstellung.

Funktion von aussen:Die Türe kann von aussen für mehr Sicherheit verriegelt werden. Nachdem man die Türe mit dem Schlüssel betritt, befindet Sie sich in der Grundstellung. Auch nach einer Panikbetätigung von innen entsteht automatisch die Grundstellung.

Panikfunktion E (Wechselfunktion) 

 

Verwendungszweck:

Für Türen, die von aussen nur mit dem Schlüssel geöffnet werden sollen. Die Tür wird innen mit einem Drücker und aussen mit einem Knopf oder einem Stossgriff ausgestattet. Die Panikfunktion E wird beispielsweise auch stets bei Beschlags –oder Fingerprintlösungen verwendet.

 

Einsatzgebiet:

Wohnungsbau / Industrie / Gewerbe / Verwaltungen / Öffentliche Bauten

 

Grundstellung:

Funktion von innen: Ausgang, die Öffnung der Tür ist grundsätzlich jederzeit in Fluchtrichtung möglich. 

Funktion von aussen: Als Beschlag darf nur ein feststehender Knopf oder Stossgriff verwendet werden. Die Tür kann nur mit dem Schlüssel geöffnet werden. Dabei wird die Falle zurückgezogen.

 

Öffnungsstellung:

Funktion von innen: Ausgang, die Öffnung der Tür ist grundsätzlich jederzeit in Fluchtrichtung möglich. 

Funktion von aussen: Schlüssel bis zum Endanschlag in Öffnungsrichtung drehen und beim Öffnen der Tür festhalten (Wechselfunktion).Nach Schlüsselabzug entsteht automatisch wieder die Grundstellung.

 

Verriegelung:

Funktion von innen: Ausgang, die Öffnung der Tür ist grundsätzlich jederzeit in Fluchtrichtung über den Drücker möglich. Nach erfolgter Panikfunktion befindet sich das Schloss in der Grundstellung.

Funktion von aussen: Die Tür kann nur mit dem Schlüssel geöffnet werden. Der Riegel gilt als zusätzliches Sicherungselement.

Panikfunktion bei zweiflügligen Elementen

 

Teilpanikfunktion:

Nur der Gehflügel besitzt Anti-Panikfunktion. Der Standflügel wird mit Kantenriegel oder Treibriegelschloss ausgestattet.

Vollpanikfunktion:

Gehflügel und Standflügel besitzen Anti-Panikfunktion. Der Standflügel hat eine automatische Standflügelverriegelung. Beim Auslösen der Anti-Panikfunktion am Standflügel wird gleichzeitig auch der Gehflügel entriegelt und umgekehrt = Der komplette Durchgang steht als Fluchtweg zur Verfügung.

à Mitnehmerklappe einsetzen (Schliessfolgeregelung)

 

Vierkantstift / Dorn

 

Bei der Panik B, C und D verwendet man einen geteilten Vierkantstift.

Sehr wichtig ist hier, dass man bei den Schildern und Rosetten fest drehbar gelagerte Drücker verbaut. Dies verhindert die Überlastung des geteilten Vierkantstiftes.

 

Bei der Panikfunktion E verwendet man eine ganze Nuss. Es gilt zu beachten dass die Nuss nicht mit einem Hammer eingeschlagen wird. (Dies gilt eigentlich im Allgemeinen). 

 

Die Normen für Notausgänge und Panikverschlüsse

 

Fluchttürsysteme sind seit dem 1. April 2003 in Europa einheitlich geregelt. Für unterschiedliche Einsatzgebiete sind verschiedene Verschluss-Systeme und dazu verschiedene Normen massgebend. Die Türen müssen sich nach aussen hin öffnen. Es gelten zwei Fluchttürsysteme:

Notausgangs-Türverschlüsse mit Drücker oder Stossplatte DIN EN 179

 

Gilt für Verschlüsse an Türen und Rettungswegen, wo Notsituationen entstehen können. Die Ausgänge und ihre Beschläge sind den Menschen im Gebäude vertraut (Beispielsweise Bürogebäude ohne Publikumsverkehr). An den Drücker gelten hinsichtlich Form und Dimension besondere Anforderungen. So muss das freie Ende des Drückers zur Türoberfläche hin zeigen, um ein Verletzungsrisiko oder ein Hängenbleiben von Personen mit der Kleidung zu vermeiden.

Antipanik-Türverschlüsse mit horizontaler Betätigungsstange DIN EN 1125

 

Gilt für Verschlüsse an Türen und Rettungswegen, wo Paniksituationen entstehen können. Die Ausgänge und ihre Beschläge sind nicht allen Menschen im Gebäude vertraut (Beispielsweise Ausgangstüren in öffentlichen Gebäuden). Zwingend vorgeschrieben sind Stangengriffe oder Druckstangen, die über die gesamte Türbreite gehen. Diese sind auf der Fluchtseite der Türe anzubringen, während die Aussenseite mit entsprechenden Drücker-, Knopf- oder Blindschildern zu bestücken ist. Eine durchgehende Verschraubung sorgt für zusätzliche Sicherheit. Türen mit Öffnung einwärts in Fluchtrichtung sind verboten. 

 

 

 

 Das wichtigste kurz zusammengefasst:

 
- Bei allen Antipaniktüren sollte ein Türschliesser verbaut werden
- Die Normen DIN EN 179 und DIN EN 1125 beachten und richtig einsetzen
- Funktion D eignet sich in der Regel nicht für Aussentüren (Ausnahme Interventionswege)

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